Mitgliederversammlung


Ein roter Faden, der sich durch die UWG-Versammlung zog.

Von Ludger Gallenmüller

Er ist der richtige Bürgermeister für unsere blühende Stadt. Ein Satz der Fraktionsvorsitenden Petra Fante auf der Jahreshauptversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) am Montagabend im Lokal "Um´s Eck". Die Redner hoben die Qualitäten von Armin Grassinger hervor und zogen auch insgesamt eine positive Zwischenbilanz über die ersten drei Jahre der Amtsperiode.

Bevor der Bürgermeister selbst zu Wort kam, berichteten Sadträte vor rund 60 Besuchern aus der Arbeit in den Ausschüssen und skizzierten das Selbstverständnis der UWG, die 1989 gegründet wurde und seit 1990 den Bürgermeister stellt. Aktiv praktizierte Bürgernähe sei, so die Vorsitzende Maria Huber, ein Markenzeichen ihrer Gruppierung. Durch den direkten Kontakt mit den Bürgern auf vielen Veranstaltungen, erfahre man, wo der Schuh drückt. Werden diese Gespräche geführt, bedarf es oftmals "keines öffentlichwirksamen Antrags".

Plädoyer für Sachpolitik

Petra Fante unterstrich, die UWG als größte Fraktion lege Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen. Dabei müsse die Sachpolitik im Mittelpunkt stehen. Dass es eine große Schnittmenge der Themen gibt, die in den einzelnen Ausschüssen behandelt werden, machten die Einzelreferate deutlich. Die Sonderstellung Dingolfings sog sich wie ein roter Faden durch die Rede von Bürgermeister Armin Grassinger. Beispiel: Die unbürokratische Unterstützung der Vereine, um Pandemie und Energiekrise abzufedern, sei in Bayern einzigartig.

1400 Wohnungen sind in kommunaler Hand, dadurch könne man den Mietpreis, "steuern", der mit 5,58 Euro/m² landesweit einen der Topplätze in Sachen Günstigkeit einnehme. Ebenalls einzigartig für eine 20 000 Einwohner-Stadt sei ein Bussystem mit Halbstunden-Takt. "Ab kommendem Jahr fahren sechs Dingos, von denen vier den Bahnhof anfahren. Wir hoffen dann, dass die Bahn so pünktlich kommt wie unsere Busse." Bis 2026 sollen alle 4000 Grundstücke in Dingolfing mit einem Glasfaseranschluss versorgt sein. "Wir sind dann eine der ersten Städte, die auf jedem Grundstück einen Glasfaseranschluss hat. Das muss uns erst einmal einer nachmachen."

Was die Energiepolitik berifft, plane die Stadt den Bau weiterer Hackschnitzelheizwerke. Ein soches Heizwerk sei in Zusammenarbeit mit der BMW AG geplant. Von Erfolg gekrönt sei das städtische Förderprogramm in Sachen Klimaschutz. Es seien bereits 450 Anträge mit einer Fördersumme von 440 000 Euro eingegangen. "Da passiert gerade Gigantisches." Die Ausnahmestellung der Kreisstadt lasse sich ebenfalls an dem Arbeitspensum der Verwaltung ablesen. 33 Millionen  Euro werden in einem Jahr im Hochbau investiert, davon allein sieben Millionen Euro Planungsleistungen. Die Summe finde für 57 Maßnahmen Verwendung. Grassinger: "Allein in der letzten Bauausschusssitzung haben wir Aufträge in Höhe von zehn Millionen Euro vergeben. Das ist die Summe, die manche Kommunen unserer Größenordnung in einem Jahr abarbeiten."

Wie der Rathauschef sprach auch Fante den eklatanten Personalmangel an. Die Stadt versuche, mit allen Mitteln Fachkräfte für den Pflegebereich und die Kindertagesstätten zu finden. Das Fehlen von Personal  führe dazu, dass die Stadt momentan nicht für jedes Kind einen Kita-Platz anbieten könne.

Josef Geislinger machte deutlich, dass sich der Bauausschuss über mangelnde Arbeit nicht beschweren kann. Ganz im Gegenteil: 95 Bauanträge in einem Jar und in etwa genau so viele Voranfragen zeugen von dem großen Pensum. Was die neuen Baugebiete ("die ersten Häuser werden schon errichtet") und die Kindertagesstätte in Kupferstein betrefe, sei man gut im Zeitplan. Und  das Erdgeschoss der Wohnanlage am Wollanger könne eventuell schon dieses Jahr für Gewerbeeinheiten genutzt werden. Das Bauprojekt am Herrenweiher befinde sich in einer "sehr guten Planungsphase" und der Caprima-Umbau werde die Stadt einige Jahre begleiten.

Diskussionsfreudig erwiesen sich die Versammlungsteilnehmer. Eine Rolle spielte die Verkehrssituation in der Krautau, die sich durch den Hol- und Bringdienst im Zusammenhang mit der neuen Kindertagesstätte weiter verschlechtern werde. "Ist hier was geplant oder soll der ganze Verkehr durch die Weidenstraße führen?" Grassinger erwiderte, dass die Verkehrsentlastung durch den fertiggeszellten Autobahnzubringer deutlich höher sei als die zu erwartende Neubelastung durch die Kita. Abgesehen davon, gehöre ein Kindergarten ins Wohngebiet.

Dingolfing zu farblos?

Eine weitere Frage: Wo bleibt die Kunst am Bau für die Wohnanlage an der Rathauskreuzung? Die, so der Bürgermeister, werde im Rahmen der Innenhofgestaltung ungesetzt. Erwin Kerscher, Ex-Rektor der Grundschule St. Josef, vermisste die Farbenfreude bei öffentlichen Bauten ("nur grau und braun") in Dingolfing und mahnte Begrenzungen an, was die Wohnraumnutzung in einzelnen Häusern betreffe. Da würden Leute selbst in Garagen untergebracht und Vorgärten einfach weggerissen, um Parkplätze zu schaffen. 30 und mehr Personen (häufig Leiharbeiter) in einem Haus - mit dieser Problematik hatte sich der Bauausschuss schon des Öfteren beschäftigt. Ein Weg, dies einzuschränken, scheint bisher nicht gefunden.

Abschießend wies Maria Huber noch auf einige Termine hin: Das UWG-Fest findet am Sonntag, 30. Juli wieder in der ESC-Halle statt. Ein Termin, der frei wurde, da der FC in diesem Jahr kein Altstadtfest durchführt. Am 1. Juli ist eine Fahrt in die Partnerstadt nach Enns geplant.

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