Aufstellungsversammlung am 15.12.2025


Am Abend des 15. Dezember wurde der Platz im Veranstaltungssaal im Gasthaus "Postbräu" knapp: Die UWG hatte zur Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl 2026 geladen, zu der die Mitglieder zahlreich erschienen. Das Treffen war überschattet vom unerwarteten Rücktritt Armin Grassingers als Bürgermeister, der auch Auswirkungen auf die ursprünglichen Pläne für die Wahlaufstellung hatte: Die UWG wird keinen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. Stattdessen unterstützt die Unabhängige Wählergemeinschaft den CSU-Kandidaten Valentin Walk.

Nach zwölf Jahren Bürgermeister Erwin Rennschmid, 18 Jahren Bürgermeister Josef Pellkofer und fast sechs Jahren Bürgermeister Armin Grassinger stellt die UWG erstmals seit 1990 keinen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl auf. Der überraschende Rücktritt Armin Grassingers als Stadtoberhaupt "hat uns alle sehr betroffen gemacht und uns vor vollkommen neue Tatsachen gestellt.  Wir als UWG wollen nur einen Kandidaten ins Rennen schicken, der persönlich auch bereit ist, der auch Chancen hat gewählt zu werden, und in den wir vollstes Vertrauen haben. Diese Voraussetzungen sind derzeit nicht gegeben", führte Vorsitzende Maria Huber in ihrer Begrüßungsrede aus.

Unerwartet durchkreuzte Pläne

Herbert Kreißl, zweiter Vorsitzender, führt später dazu aus: "Die letzten Wochen haben den Fahrplan für die Kommunalwahl heftig durcheinandergewirbelt. Der nachvollziehbare Rücktritt hat unsere Pläne komplett verändert. Hier in nur kurzer Zeit einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters aufzustellen, war uns nicht möglich. Nach intensiven Gesprächen sind wir zu dem Entschluss gelagt, den bisherigen Dritten Bürgermeister Valentin Walk bei seiner Kandidatur für das Amt des Ersten Bürgermeisters zu unterstützen."

In ihrer Rede warf Maria Huber einen Blick auf das Erreichte der vergangenen Jahre. Zusammen mit Bürgermeister Armin Grassinger wurde ein Zehn-Jahresplan für anstehende bauliche Notwendigkeiten aufgestellt, dem der Stadtrat zustimmte. In diesem Zusammenhang wurden viele Projekte begonnen und teils auch abgeschlossen, wie beispielsweise die Kita "Unterm Regenbogen" oder der Ausbau an Kinderbetreuungsplätzen, der vor kurzem auf den Weg gebracht wurde. Des Weiteren zählte die Vorsitzende die Sanaierungsarbeiiten im Bürgerheim, die Caprima-Sanierung, die Pumptrack-Anlage, die kurz vor dem Abschluss steht und zahlreiche Ertüchtigungen der Verkehrsinfrastruktur auf. Auch das Thema Personalmangel sei man mit Unterstützung des Landkreises angegangen mit der Errichtung der Pflegeausbildungsstätte in  Landau. Da die zur Verfügung stehenden Finanzen immer weniger werden, muss in den kommenden Jahren gut überlegt sein, welche Projekte man in Angriff nimmt und welche noch warten können, stellte Maria Huber heraus und betonte nachdrücklich, "dass Armin Grassingers Fachwissen, Führungskompetenz und seine anpackende Art enorm fehlen werden. Dennoch wollen wir für die kommenden sechs  Jahre eine unabhängige und starke Mitte im Stadtrat stellen, und dadurch weiterhin aktiv an der Gestaltung unserer Stadt mitwirken".

Gelebte Demokratie

Herbert "Charly" Kreißl, begründete in seiner Rede die Unterstützung des CSU-Kandidaten Valentin Walk für das Amt des Ersten Bürgermeisters. "Seit 2020 haben wir mit Valentin Walk und seiner Fraktion bei vielen zukunftsweisenden Projekten und Beschlüssen gleiche Standpunkte vertreten und ähnliche Meinungen vorgetragen. Wir haben in vielen Punkten diskutiert, abgewogen und auch gestritten - aber immer zum Wohl Dingolfings und der Bürger. Das ist gelebte Demokratie. Worür es sich , speziell in diesen Zeiten, lohnt zu arbeiten und zu kämpfen. Gerade jetzt geht es einmal mehr um die Sache als um Posten. "Im Hinblick auf die anstehende Wahl im März unterstrich Kreißl: "Wir haben eine starke Mannschaft, die anpacken, gestalten und Verantwortung übernehmen will. Ein engagiertes Team aus der Mitte der Gesellschaft, aus allen Altersschichten und Stadtteilen. Wir wollen in den kommenden Jahren ein starkes Zeichen aus der unabhängigen Mitte senden. Ein starkes Zeichen unserer politischen Unabhängigkeit - ohne Parteibuch und Fraktionszwang."

100 Prozent Zustimmung und Standing Ovations

Nachdem Bernd Mündl als Wahlleiter sowie Franz Bubenhofer als Stellvertreter gewählt wurden, stellten sich die 30 Kandidaten und ein Ersatzkandidat den Anwesendenvor. Im Anschluss stimmten die 82 anwesenden Mitglieder in einer geheimen Wahl ab. Das Ergebnis: eine 100- prozentige Zustimmung für die Kandidatenliste.

Zum Ende der Veranstaltung ergriff nochmals Herbert Kreißl das Wort und richtete Dankesworte an die UWG-Vorsitzende Maria Huber, die nicht mehr für den Stadtrat kandidiert: "Was du derzeit als geschäftsleitende Bürgermeisterin  leistest, ist enorm. Ich weiß nicht, wie viele Stunden dein Tag hat, du bist überall präsent. Maria , wir von der UWG-Familie sagen ein großes Dankeschön für das was du derzeit leistest und auch dein Einsatz in den vergangenen Jahren im Stadtrat verdient den größten Respekt. Danke für deinen Einsatz, deine Kraft und Arbeit. Und danke Karl, (Anm. d. Redaktion: der Ehemann) dass du sie so lange entbehren konntest." Die Mitglieder erhoben sich anschließend von ihren Pätzen und applaudierten der Vorsitzenden minutenlang. Quelle: DA vom 18.12.25

Die Kandidatenliste der UWG für den Stadtrat:

1. Manfred Jomrich, 2. Petra Fante, 3. Dr. Josef Pellkofer, 4. Josef Geislinger, 5. Herbert Kreißl, 6. Barbara Baumgartner, 7. Florian Kraus, 8. Dominik Kallmeier, 9. Tobias König, 10. Andreas Stemberger, 11. Anita Nicklas, 12. Werner Maier, 13. Felix Kopka, 14. Helmut Baurs-Krey, 15. Thomas Kerscher, 16. Julia Dichtl, 17. Franz-Xaver Wasserburger, 18. Bettina Kerscher, 19. Birgit Frischmann, 20. Markus Maier, 21. Carmen Müller, 22. Florian Wagner, 23. Michael Hientz, 24. Martin Söldner, 25. Veronika Kautzner, 26. Andreas Vilsmeier, 27. Gerhard Poprawa, 28. Claudia Huber, 29. Johann Comoretto, 30. Karl Heinz Herrmann. Ersatzkandidat ist Alexander Fante.

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